Dienstag, 23.09.2014
Wieder klingelt der Wecker um 7.00 Uhr. Inzwischen habe ich mich halbwegs an die Ohrstöpsel gewöhnt und kann durchschlafen. Außerdem habe ich mir aus meiner Fleecejacke ein dünnes Kopfkissen gebastelt. Die dicken amerikanischen Kopfkissen sind nichts für mich und führen bei mir zu Nackenstarre.Um 8.45 Uhr stehen wir zum zweiten Mal in der Rush Schlange für "Pippin". Wir sind zwar nicht die ersten wie gestern bei "Chicago", aber immerhin Nummer 3 und 4. Die junge Frau am Kopf der Schlange sieht aus, als hätte sie hier gecampt. Jetzt heißt es warten. Zum Glück habe ich immer meinen Kindle eBook Reader dabei um mir die Zeit zu vertreiben. Diesmal gibt es keine Wartenummern und um 10.00 Uhr können wir zwei Tickets für die heutige Abendvorstellung von "Pippin" für je $37 kaufen.
Jetzt geht es auf zu Mood. Nach so vielen Folgen der amerikanischen Fernsehserie "Projekt Runway" von Heidi Klum wollen wir dieses Stoffgeschäft endlich einmal persönlich sehen. Das Angebot auf drei Etagen ist riesig. Zusätzlich gibt es noch das Erdgeschoß mit Möbel- und Gardinenstoffen. Neben den Stoffen kann man auch Leder, Felle und Reptilienhäute erstehen. Sogar "Swatch", eine kleine Bulldoge, gibt es wirklich. Wir verlassen den Laden ohne Einkäufe aber schwer beeindruckt. Nun geht es weiter zu anderen New Yorker Institutionen. Steffen geht zu B&H, der Ikone für Fotobedarf. Ich gehe zu Macy's. Nach einer Stunde treffen wir uns wieder.
Mittagessen gibt es in einem typischen Deli. Man kann belegte Sandwiches bekommen (Steffen), sich Salat mischen lassen oder sich selbst für $8,49 plus Steuer je Pound (453,59g) am warmen und kalten Buffet bedienen. Die Boxen, die dafür zur Verfügung stehen, sind ziemlich groß. Da muß man sich beherrschen können. Und weil mir das gelungen ist und ich knapp unter einem Pound geblieben bin gönnen wir uns hinterher noch gemeinsam ein Stück New York Cheesecake (im Grunde schon für sich eine komplette Mahlzeit).
So gestärkt machen wir uns auf die etwa einstündige U-Bahn Fahrt nach Coney Island. In der Nachsaison ist es hier während der Woche recht ruhig, was zumindest mir sehr entgegen kommt. Der Vergnügungspark hat heute geschlossen. Auf der Seebrücke finden wir eines schönes Plätzchen um uns lang zu machen, den Anglern zuzuschauen und ein wenig in der Sonne zu dösen. Am Strand sind noch Sonnenanbeter, aber schwimmen geht kaum jemand. Zum einem ist es wohl zu kalt, zum anderen sind die Strömungen hier wohl nicht ganz ohne, wie wir den zahlreichen Warn- und Hinweisschildern entnehmen.
| Auf der Seebrücke haben wir uns ein wenig in die Sonne gelegt. |
| Das Wahrzeichen von Cony Island. |
| An der Promenade... |
| ... gibt es seltsame Vögel zu bestaunen, manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes. |
In Brighton Beach steigen wir wieder in die U-Bahn und sind gegen 18.15 Uhr an der 42. Straße. Wir lassen uns treiben und landen im Bryant Park. Hier gibt es u.a. kostenfreie Buch- und Spieleausleihstände, die gut angenommen werden. Zum Abendessen gehen wir mal wieder zu Five Guys und zwar aus einem ganz speziellen Grund: hier können sich die Gäste an ungeschälten Erdnüssen bedienen um die Wartezeit zu überbrücken. Die Erdnüsse essen wir aber nicht selber sondern sacken sie ein, denn wir wollen noch mal ausgiebig die Squirrel (Hörnchen) füttern. Wir haben immer wieder welche in den Parks gesehen, hatten aber nichts geeignetes dabei.
Jetzt müssen wir aber los zu "Pippin", um 20.00 Uhr beginnt die Show. Unsere Plätze sind in der allerersten Reihe. Einen Orchestergraben gibt es nicht. Direkt vor uns ragt die Bühne auf, mit dem Ergebnis, daß aus unserer Perspektive die hinteren Tänzer keine Beine haben. Dafür sehen wir aber alles andere ganz genau. Die Show ist toll und bietet neben ausgezeichnetem Gesang auch beste Akrobatik.
Gegen 23.00 Uhr sind wir wieder im Hotel und um kurz vor 12 machen wir das Licht aus.